Interview Philipp Heerwagen, September 2006
 
 
Hallo Philipp, zunächst einmal ein grosses Dankeschön, dass Du uns ein kurzes Interview geben wirst, das letzte ist schon ziemlich lange her, seitdem ist auch einiges passiert. In der letzten Saison war es für das Unterhachinger Team am Ende noch ziemlich knapp, der Verbleib in der zweiten Liga wurde gerade noch gesichert. Seitdem ist eine ganze Weile vergangen, die Sommerpause, Ihr Spieler hattet Urlaub, die Vorbereitung auf die Saison 2006/2007, die Spielvereinigung hat einige neue Spieler. Wie hast Du für Dich mit der letzten Saison abgeschlossen? Was ging in Dir vor in dieser unsicheren Phase, ob die Hachinger den Verbleib in der Liga packen oder ob sie absteigen?
 
Nun, es wurde leider zum Schluss der letzten Saison leider noch recht knapp für uns, aber ich hatte immer die Überzeugung, dass wir das am Ende packen und wir die Klasse halten. Wie jeder mitbekommen hat, konnten wir die Saison als Nichtabsteiger beenden auch wenn es dieses Jahr denkbar dünn war zu Dynamo Dresden. Das war schon ein komisches Gefühl am letzten Spieltag, in einem Stadion zu spielen in denen drei verschiedene Fangruppen anwesend waren. 
 
Ein kurzer Rückblick auf die vergangene Saison. Gibt es für Dich ein Erlebnis, eine Erfahrung auf dem Spielfeld, die für Dich sehr wichtig war? Was war z.B. Dein schönstes Erlebnis, was war ein richtiger „Horrortrip“?
 
Unser erster Auswärtssieg in Dresden war mit der Wendepunkt für eine positive Serie letztes Jahr. Da ist es klar, dass man sich daran noch gerne erinnert. Natürlich war der Sieg in der Allianz Arena gegen die Löwen einer der schönsten Momente in der vergangenen Saison. Der absolute Tiefpunkt war das Spiel in Freiburg, in dem ich vom Trainer in der Halbzeit rausgenommen wurde. Das war ein Erlebnis das ich nie vergessen werde. Ich muss auch sagen, dass ich damals auch viel für die Zukunft lernen konnte, da ich im Nachhinein einige Zusammenhänge erst dann richtig verstand. 
 
Wie hast Du Dich in der Sommerpause fit gehalten? Hast Du trainiert? Oder hast Du auch einfach nur mal ein paar Wochen „Urlaub vom Sport“ gemacht? Du hast uns erzählt, dass Du eine kurze Zeit in den USA verbracht hast und dort ganz besondere Trainingsmethoden und –möglichkeiten kennengelernt hast. Was hat Dir an der amerikanischen Weise des Trainings gefallen, was ist der Unterschied zu deutschen Trainingsmethoden?
 
Ich habe erst mal eine Woche komplett pausiert um den Körper ganz  runterzufahren und um meine Probleme an der Leiste zu beheben. Danach bin ich für ein paar Tage in die USA zu einem Freund, der dort Tennis spielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich wieder regelmäßig täglich trainiert und mich auf ein gutes Level gebracht. Ich konnte dort alle Sportmöglichkeiten nutzen und mich sogar einer Trainingsgruppe anschließen. Diese neuen Erfahrungen in Trainingslehre und Sporternährung versuche ich hier zu nutzen und in mein Training zu integrieren, soweit dies hier in Deutschland möglich ist. Der größte Unterschied liegt wohl im Umfang und Größe der Trainingsmöglichkeiten und des Trainingsaufwandes. Alles was hier XL darstellt , gibt es in den Staaten in XXXL. Um jetzt alles zu erwähnen und zu erklären reichen wohl ein paar Zeilen nicht aus.
 
Apropos Urlaub, gibt es ein Land, welches Du unbedingt einmal bereisen möchtest? Und warum gerade dieses Land?
 
Japan. Es gibt viele Gründe warum dieses Land so interessant für mich ist: Zum einen hat es eine völlig andere Kultur im Vergleich zu Europa oder USA. Zum anderen ist Japan wie zum Beispiel Bayern, ein Land das Kultur, Tradition und High Tech gut in Einklang bringt.
 
Nun hat die Saison wieder begonnen, die Spielvereinigung Unterhaching liegt nach drei Spieltagen auf dem 14. Platz und damit, wenn man überhaupt schon von Auf- oder Abstiegsplätzen sprechen kann, genau einen Platz über den Abstiegsplätzen. Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass Haching noch kein Spiel mit einem Sieg und damit drei Punkten auf dem Konto für sich bestreiten konnte?
 
Nun, ich denke, dass nach drei Spieltagen noch kein wirklicher Trend zu erkennen ist, aber wenn man sich die Spiele so ansieht sind wir in keinem „sang und klanglos“ untergegangen und hatten immer eine Ordnung in unserem Spiel. Leider konnten wir hinten noch nicht „zu Null“ spielen und vorne unsere Chancen nutzen und da ist die logische Folge ein 14. Platz . Im Pokal konnten wir jetzt ein wenig Selbstvertrauen tanken und das erste Pflichtspiel mit Erfolg verbuchen. Ich hoffe, wir können diese guten Ansätze und den Schwung mit in die nächste Ligapartie mitnehmen.
 
Die Spielvereinigung Unterhaching hat zur Saison relativ viele neue Spieler verpflichtet, z.B. Michal Kolomaznik, Miroslaw Spizak und Stefan Riederer, haben sich „die Neuen“ schon in Euer Team eingegliedert? Wie ist es überhaupt, bilden sich eine Art von Freundschaften in der Mannschaft? Gibt es Spieler, mit denen man auf Anhieb sehr gut zurecht kommt und gibt es andererseits auch Mannschaftsmitglieder, mit denen man nicht sofort warm wird? Hast Du jemanden im Team, mit dem Du eine engere Freundschaft pflegst?
 
Die Neuen im Team haben sich hier sofort zurecht gefunden im familiären Unterhaching und sich gut ins Team integriert. Es ist ganz klar, dass es innerhalb einer Mannschaft gewisse engere Freundschaften gibt, um nicht Cliquen zu sagen. Man muss aber sagen, dass das Mannschaftsklima sehr gut ist und der Teamgeist stimmt.  Das mag vielleicht auch daran liegen, dass wir viele junge und junggebliebende Spieler im Team haben und sich das klasse ergänzt. Da ich aus München komme und sehr viele Freunde hier habe, ist es schon schwer in der Freizeit diese Freundschaften zu pflegen. Man kann aber sagen, dass ich zu allen meinen Kollegen einen „guten Draht“ habe.
 
Wir kommen so langsam in die „Wiesn-Zeit“. Werdet Ihr als Mannschaft auf dem Oktoberfest auflaufen? Und kannst Du eigentlich als Person der Öffentlichkeit noch ganz normal auf der Wiesn feiern? Oder gibt es immer Argusaugen, die Dich beobachtet lassen fühlen?
 
Wir haben am letzten Wies`n Wochenende einen offiziellen Besuch bei einem unserer Sponsoren. Wie das privat aussieht kann ich noch nicht sagen, aber wir werden wohl das ein oder andere Mal auf das Oktoberfest gehen. Kommt natürlich auch darauf an, wie der Trainingsplan es zulässt. Mit den Jahren hat sich der alljährliche Wiesnbesuch schon verändert, da man gerade in sog. einheimischen Zelten oft erkannt und angesprochen wird. Solange es aber korrekt abläuft und die Leute freundlich sind ist das absolut in Ordnung.  Ein wenig muss man aber schon aufpassen was man tut.
 
Zum Schluss nun wieder eine obligatorische Frage: Euer nächstes Spiel wird am 15. September gegen den FC Augsburg stattfinden. Dein Tipp? Worauf dürfen wir uns freuen?
 
Ich kann nur sagen, dass die Zuschauer ein tolles und offensives Derby erwarten können und eine Hachinger Mannschaft die voller Tatendrang ist und unbedingt einen Heimsieg einfahren will! Ich tippe auf eine 2:0 Sieg.
 
Philipp, vielen herzlichen Dank, dass Du Dir wieder einmal die Zeit für uns und Deine Fans genommen hast. Wie immer, würden wir Dich nun noch um ein kurzes Wort direkt an Deine Fans bitten, möchtest Du hier etwas los werden? Wir danken Dir auf jeden Fall sehr und wünschen Dir und der Spielvereinigung Unterhaching eine erfolgreiche Saison! Vielen Dank und bis bald!
 
Selbstverständlich möchte ich diese Gelegenheit nutzen mich an die Fans direkt zu wenden. Ich bedanke mich für die tolle Unterstützung vor allem Auswärts und besonders in Freiburg, wo wir die lange Anreise mit dem ersten Auswärtspunkt entschädigen konnten. Macht weiter so! Ich hoffe wir sehen uns am Freitag gegen Augsburg um den ersten 3er zusammen zu feiern!

Das Gespräch führte Susanne Werner/Redaktion PH.